Es ist ungewohnt still. Nur wenige Autos sind auf den Straßen, und wenn, sind es zumeist Taxis. Kaum ein Mensch ist zu sehen, sie haben sich alle in ihr Heim zurückgezogen. Langsam und bedächtig schlendere ich durch die Straßen New Yorks, der Stadt, die niemals schläft. Im Big Apple ist rund um die Uhr etwas los. Und doch gibt es einmal im Jahr 24 Stunden lang einen Ausnahmezustand, der Weihnachten heißt. Christmas wird traditionell zuhause verbracht, und am 25. Dezember sind die Shops geschlossen. Alle? Nein! Nachdem New York auch ein Melting Pot unterschiedlichster Kulturen ist, mache ich mich am Christtag auf in den jüdischen Teil von Brooklyn. Sofort bin ich nicht mehr allein auf der Straße, sondern schlendere zwischen Orthodoxen und deren Familien umher.

Wenn wir zurück in unsere Kindheit blicken und auf den Weg, den wir bisher zurückgelegt haben, dann erkennen wir, dass wir bis zum heutigen Tag nur gekommen sind, weil wir Widerstände überwunden haben. Kaum jemand von uns erinnert sich daran, wie er gelernt hat, sich auf seinen Füßen fortzubewegen. Und niemandem von uns ist das auf Anhieb gelungen. Sicherlich fielen auch Sie anfangs immer wieder nieder, nicht alle Versuche der ersten Schritte waren mit Erfolg gekrönt. Was hätte es für Ihr derzeitiges Leben bedeutet, wenn Sie zu sich gesagt hätten: „Das schaffe ich nicht. Diese Erfahrungen sind zu schmerzlich, ich krabble einfach auf allen Vieren weiter durchs Leben.“

Das Resultat wäre gewesen, dass Sie sich in Ihrem Leben freiwillig auf einen äußerst kleinen Handlungsrahmen beschränkt hätten. Zwar wären Ihnen die mit Schmerzen verbundenen Empfindungen des Hinfallens zukünftig erspart geblieben, aber es wäre der hohe Preis einer lebenslänglichen Abhängigkeit zu bezahlen gewesen. Doch in der Kindheit steckte in uns ein so großer und unbändiger Lebenswille, der uns geradezu antrieb, bestehende Grenzen zu erweitern und Neues auszuprobieren. Diese unbändige Kraft und Neugier lässt leider mit fortschreitendem Alter nach.

Es ist möglich, Kraft und Neugier über die Entschlusskraft des Bewussten wieder zu entfachen. Das bedeutet, dass die Weiterentwicklung in unserem Leben, sowohl im Materiellen als auch im Spirituellen, uns als Erwachsene nicht mehr einfach in den Schoß fällt. Aber mithilfe eines bewussten Willensaktes erreicht werden können. Wir müssen etwas dafür tun, nämlich uns in Bewegung setzen und uns auf den Weg machen – geradewegs auf Hindernisse und Ängste zu.

Graue Theorie? Dann lassen Sie uns doch wieder in die Praxis wechseln: Rund um Weihnachten allein nach New York zu reisen war eine meiner mutigsten Taten und zugleich eine enorm bereichernde Zeit. Einerseits, weil die Stadt an sich bereits eine Herausforderung ist: laut, schrill, bewegt und schnell. Voller Angebote und Verführungen. Auf den Straßen tummeln sich unzählige Menschen, und trotzdem kann man nirgendwo so einsam sein wie inmitten dieser hektischen Menge und der vorherrschenden Betriebsamkeit. In New York zählen Zeit und Geld. Man hat keine Zeit, außer um Geld zu machen. Und schon gar nicht zu Weihnachten. Diese Zeit gehört der Familie und dem Austausch der zuvor im Shoppingwahn erbeuteten Gaben.

Aus all diesen Gründen hatte ich mich rund um Weihnachten 2012 für „Katrin allein in New York“ entschieden. Ich nahm dafür all meinen Mut zusammen: Wenn ich über das Alleinreisen schreiben wollte, so sollte nach der Pflicht auch noch die Kür folgen, also das Meisterstück absolviert werden. Mir war vor meiner Abreise mulmig bei dem Gedanken. Dieses Gefühl stellte sich dann auch punktgenau am 24. Dezember nachmittags wieder ein. Die letzten Läden schlossen ihre Tore, sogar Tankstellen und 24/7- Shops schalteten ihre Leuchtreklamen ab. Fast gespenstisch waren diese Momente. Kaum jemand war, so wie ich, allein unterwegs. Nur Menschengruppen, zumeist Paare oder Familien, machten sich noch gemeinsam auf den Weg.

Bei mir machte sich hingegen Unsicherheit breit. Hätte ich lieber doch das Angebot von lieben Freunden annehmen und bei ihnen in Washington D.C. feiern sollen? Was war das bloß für eine Schnapsidee von mir gewesen? Wie würde der Abend werden? Okay, allein zu Abend essen war ich gewohnt, doch nicht am Heiligen Abend. Diesem Gedanken folgten weitere, um einiges konstruktivere. Warum war dies ein besonderer Abend? Wer machte ihn dazu? Nicht alle Kulturen ordneten diesen Tag als heilig ein, sondern gingen weiter betriebsam ihren Geschäften nach. Warum ließ ich mich als nicht konform, also der Norm entsprechend klassifizieren, wenn ich die Stunden des Heiligen Abends und den darauffolgenden Feiertag allein mit mir verbrachte? Warum fühlte ich mich wie ein Restposten der Gesellschaft? Was machte mir Angst?

Wofür brauchen wir Mut im Leben?

Immer dann, wenn wir Neues wagen! Wenn wir nicht alle Auswirkungen kennen, die unsere Entscheidungen mit sich bringen. Wenn wir Neuland betreten oder wenn wir uns anderen Menschen gegenüber öffnen. In Partnerschaften, denn Liebe ist nichts für Feiglinge. Wenn wir in Situationen angreifbar und verletzbar sind. Mut wird zumeist als männliche Domäne angesehen. In Kinofilmen wimmelt es von männlichen Helden, die ihren Einsatz mit dem Leben bezahlen würden. Es sind Ritter in edlen Rüstungen. Kluge Köpfe, die ihren Geist in den Dienst einer großen Sache stellen. Männer, die das Herz am rechten Fleck haben.

Warum kann das Alleinreisen diesen Prozess fördern? Weil Mann und Frau auf einer Reise mit sich allein angreifbarer und verletzbarer sind als im Alltag und zuhause. Neue Wege, allein beschritten, bedürfen neuen Mutes. Wir wissen oftmals nicht, was nach der nächsten Wegkreuzung auf uns wartet; wie die nächsten 24 Stunden sein werden und ob die Dämonen der Nacht über uns herfallen werden, wenn unsere tiefsten inneren Ängste zutage treten. In Momenten, in denen niemand neben uns liegt, den wir aufwecken können und der uns in den Arm nimmt. In solchen Momenten können wir nur eines machen: uns selbst in den Arm nehmen und uns Mut zusprechen. Und wenn Sie das einmal erlebt haben, also sich selbst weinend in einem Hotelzimmer irgendwo auf dieser Welt Mut zugesprochen haben, dann wissen Sie, dass Sie sich selbst auch im Alltag und zuhause immer wieder Mut zusprechen können. Dieses wunderbare Gefühl der inneren Sicherheit wünsche ich Ihnen!

3 Fragen an Sie:

Für welche Zielen in Ihrem Leben bedurfte es von Ihnen ein großes Maß an Mut?
Warum haben genau diese Ziele besonders viel Mut von Ihnen gefordert?
Wie haben Sie sich jeweils selbst motiviert, Ihre Ziel zu erreichen?

 

Die 7-Jahrestheorie

Kennen Sie das Geheimnis Ihres Schicksals? Oft kommt uns das Leben vor wie ein großes, dickes Buch – unser Lebensbuch. Wenn wir in darin blättern, wollen wir verstehen. Wir halten in diesen Momenten sinnbildlich unser Leben in der Hand, wollen es begreifen, die Chance ergreifen, um mehr daraus zu machen. Wieso bestimmte Ereignisse so geschehen sind und nicht anders. Was der rote Faden im eigenen Leben ist. Man ist versucht, eine Ordnung zu finden, eine Struktur, um das Geheimnis zu entdecken, das in diesem Buch steckt, hinter unserem Leben steht.

Vielen hilft dabei die Theorie des 7-Jahres-Rhythmus: Alle sieben Jahre bietet sich demnach die wunderbare Chance der Rundumerneuerung. Schließlich geht die Wissenschaft davon aus, dass sich unsere Körperzellen alle sieben Jahre erneuern. Auch unser Geist und unsere Seele sollen angeblich diesem Rhythmus folgen.

Die Zahl Sieben strahlt eine besondere Magie aus: Bereits die Babylonier verehrten sie als heilige Zahl. In mehreren der großen Weltreligionen spielt die Sieben eine besondere Rolle, etwa bei der Erschaffung der Welt in sieben Tagen oder den sieben Sakramenten. Eine Woche hat sieben Tage. Wir selbst packen unsere „Siebensachen“, manche fürchten sich vor dem „verflixten siebenten Ehejahr“, und auch in der Astronomie hat die Zahl einen besonderen Stellenwert, da wir genau sieben Planeten mit bloßem Auge wahrnehmen können.

Ihre Lebensstationen

Den 7-Jahres-Schritten liegt die Theorie zugrunde, dass es wichtig ist, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Wo stehen Sie aktuell? Wohin sollten Sie wann weitergehen und sich auf den Weg machen?

Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick auf Ihre Lebensphasen werfen: Coaching-PDF öffnen – hier klicken!

Ihr Audio für Lebensfreude

Quälen Sie negative Gefühle, die Sie innerlich blockieren? Fühlen Sie oftmals Trauer, Wut oder Einsamkeit? Lassen Sie uns gemeinsam diese Gefühle durch Ihre Atmung loslassen. Und Platz schaffen für angenehme Gefühle wie Liebe, Anerkennung und Freude. Genießen Sie Ihr „Ja zum Leben“: Audio anhören – hier klicken.

Ihr Lebensbuch – voller Frieden und Freude

Danke, dass Sie sich mit mir gemeinsam und in Gedanken auf eine Reise durch Ihr bisheriges Leben aufgemacht haben. Es gibt ein Ziel, das in uns selbst liegt. Es ist ein ideelles Ziel und bedeutet, das wir das eigene Lebensbuch jederzeit und in Frieden mit uns selbst schließen können, innerlich bereit sind für den Abschluss des Lebens. Um genau in den Momenten, in denen wir spüren, wie sehr wir loslassen können, zugleich auch diese großartige Lebensfreude in uns fühlen, die das Leben so lebenswert macht!

Hier geht’s weiter zu Modul 5 und der wohltuenden Stärkung Ihres Selbstwertes